Wenn nichts mehr reibungslos funktioniert – und was das mit deiner Website zu tun hat

Manchmal frage ich mich, ob wir Digitalisierung komplett missverstanden haben.

In den letzten Tagen hat mich die Banking-App bei der Authentifizierung hängen lassen. Beim Hosting-Portal funktionierte die Anmeldung nicht mehr. Bei der Versicherung ist der Anmeldeprozess abgebrochen. Ein Chatbot hat mir zum fünften Mal dieselbe Frage gestellt. Bei der Hotline eines meiner Musikgeräte komme ich schneller durch wenn ich „Neukunde“ eingebe – obwohl die Abfrage dafür gedacht ist Anrufer schneller und effizienter an ihr Ziel zu bringen.

Überall dasselbe Muster: Prozesse, die auf halber Strecke aufhören.

Wir reden von End-to-End und Arbeitserleichterung. In der Praxis endet der Prozess oft schon an der nächsten Systemgrenze – und die Lücke… die darf die Kundin schließen.

Das ist kein Konzernproblem… Echt?

Jetzt könntest du sagen: Gut, das sind Großkonzerne mit gewachsenen IT-Landschaften. Damit habe ich als Selbstständige nichts zu tun.

Doch, hast du. Nur in klein.

Ich schaue mir seit über 30 Jahren an, was auf Websites tatsächlich passiert – und die Brüche sind fast immer dieselben. Ein Button ist mit „Jetzt bestellen“ beschriftet, führt aber auf ein Kontaktformular. Das Kontaktformular landet in einem Postfach, in das seit Wochen niemand geschaut hat. Nach dem Absenden erscheint ein blasses „Vielen Dank“, das nicht verrät, wann jemand antwortet. Der Link in der Instagram-Bio führt auf die Startseite statt auf das Angebot, um das es im Beitrag ging. Und im Erstgespräch stellt sich heraus, dass die Interessentin etwas völlig anderes erwartet hat als das, was auf der Angebotsseite steht.

Kein einziger dieser Punkte ist ein Technikproblem. Es sind Denkfehler an den Nahtstellen. Und diese Denkfehler kosten Vertrauen.
Für die Ausmerzung dieser Fehler brauchst du keine KI sondern gesunden Menschenverstand, du musst nur wissen was deine Kunden an den Stellen erwarten und das liefern.

„Es soll einfach von selbst laufen“

Besonders oft höre ich diesen Satz von Frauen, die sich selbstständig machen.

Und ich verstehe ihn vollkommen. In dieser Phase ist Zeit die knappste Währung, die es gibt. Vielleicht läuft der alte Job noch nebenher. Vielleicht sind Kinder da oder gerade in Planung. Vielleicht ist es schlicht das erste Mal, dass niemand mehr sagt, was als Nächstes zu tun ist. Automatisierung klingt in dieser Situation nicht nach Bequemlichkeit, sondern nach Überleben.

Also wird automatisiert. Und der Einstieg ist heute wunderbar einfach.

Eine Frage an die KI, und du hast dreißig Content-Ideen. Noch eine, und daraus wird ein Redaktionsplan für ein halbes Jahr. Eine dritte, und die ersten fünf Beiträge sind geschrieben. Dazu ein Tool, das automatisch postet, eines für den Newsletter, eines für die Terminbuchung.

Auf dem Papier steht damit ein vollständiger Prozess.

Und dann passiert – nichts.

Der Bruch liegt genau da, wo es persönlich wird

Ich sehe diesen Punkt bei fast jeder Kundin an derselben Stelle.

Die Vorarbeit ist da. Der Plan ist da. Die Struktur stimmt sogar. Aber sobald aus dem Plan etwas Eigenes werden müsste, bleibt alles liegen. Der Redaktionsplan wird nicht abgearbeitet. Die Landingpage geht nicht online. Die Automation wird nie scharf geschaltet.

Das wird gern als Disziplinproblem abgetan. Ist es aber nicht.

Was da fehlt, ist die Übersetzung auf dein Geschäft, in deinen Ablauf und das ist echte Arbeit.

Lies dir einmal in Ruhe durch, was dir die KI geliefert hat. Du wirst feststellen: Es stimmt alles. Jede Erkenntnis ist korrekt. „Definiere deine Zielgruppe.“ „Zeige deine Expertise.“ „Beantworte die Fragen deiner Kundinnen.“ Kein Satz darin ist falsch.

Nur ist auch kein Satz darin deiner.

Es fehlen deine Beispiele. Deine Zahlen. Der Kunde, bei dem es schiefging und was du daraus gelernt hast. Die eine Frage, die dir in jedem Erstgespräch gestellt wird. Der Satz, den deine beste Kundin über dich gesagt hat.

Genau das ist die Tiefe. Und genau die kann keine KI liefern, weil sie deine Gespräche nicht geführt hat.

Der Haken: Ohne diese Tiefe entsteht kein Vertrauen. Und ohne Vertrauen kauft niemand. Richtig zu sein reicht nicht – korrekt ist die halbe Branche. Gekauft wird bei dem Rest, nämlich dem den man greifen kann.

Deshalb ist das automatisierte Marketing so vieler Selbstständiger technisch einwandfrei und trotzdem wirkungslos. Der Prozess läuft. Er transportiert nur nichts.

Der wichtigste Berater kostet nichts

Was mich an großen Unternehmen wundert: Sie investieren Millionen in Software, aber eine ehrliche Analyse der eigenen Abläufe gilt als verzichtbarer Luxus.

Bei uns Selbstständigen sieht es genauso aus, nur mit kleineren Zahlen. Neue Gestaltung, Neues Theme. Neues Newsletter-Tool. Neue KI für die Texte. Und niemand geht den Weg einmal komplett ab, den eine Interessentin tatsächlich nimmt.

Dabei sitzt die beste Beraterin, die du bekommen kannst, längst da: deine Kundin.

Wer sich die Mühe macht, dir zu schreiben, dass etwas nicht funktioniert hat, schenkt dir etwas. Diese Frau hätte auch einfach weiterklicken können. Stattdessen zeigt sie dir genau die Stelle, an der andere vor ihr abgesprungen sind – nur ohne Bescheid zu sagen. Und nebenbei liefert sie dir das, was deinem Texten fehlt: ein echtes Beispiel.

Dafür brauchst du zwei Dinge. Einen Kanal, über den dich Rückmeldungen überhaupt erreichen. Und die Bereitschaft, sie nicht wegzuerklären.

Der Selbsttest, den fast niemand macht

Mach einmal das, was ich mit meinen Kundinnen im Mentoring mache: Werde deine eigene Kundin.

Such dich bei Google, so wie eine Fremde es täte. Klick dich auf dein Angebot. Füll das Formular aus. Buch den Termin. Melde dich für deinen Newsletter an. Und schau dabei nicht auf das Design, sondern auf die Übergänge: Weiß ich in jedem Moment, was als Nächstes passiert? Bekomme ich eine Rückmeldung? Und wenn ja – wann, von wem, und klingt sie nach dir?

Die meisten kommen aus diesem Test mit drei bis fünf konkreten Aha-Momenten zurück. Nicht mit einem Redesign-Bedarf.

Genau darum geht es im kexDESIGN Mentoring

Vielleicht kennst du das: Du hast Ideen, aber keine klare Struktur. Deine Website entsteht nicht – oder bleibt seit Monaten unfertig. Sichtbarkeit fühlt sich an wie ein Rätsel. Du verlierst dich in zu vielen Möglichkeiten. Und mit deinen Fragen bist du meistens allein.

Im Mentoring bekommst du deshalb keine weiteren Erkenntnisse. Erkenntnisse hast du genug – die liegen bei den meisten schon in Dokumenten, Notizen und halbfertigen Plänen herum.

Wir arbeiten an dem, was danach kommt. An der Übersetzung auf dein Geschäft und an der Umsetzung. Wir holen deine Beispiele hervor, deine Zahlen, deine echten Kundengespräche – und bringen sie dorthin, wo Interessentinnen sie sehen. Wir gehen den Weg deiner Wunschkundin einmal komplett ab, von der ersten Suche bis zur Rechnung, und schließen die Stellen, an denen er abreißt. Und wir automatisieren genau die Schritte, die sich wiederholen – nicht die, bei denen es auf dich ankommt.

Das passiert nicht in einem weiteren Kurs, den du abends nebenbei konsumierst. Es passiert in wöchentlichen Impulsen, im gemeinsamen Co-Working, in einer festen kleinen Gruppe von Unternehmerinnen, die an denselben Stellen hängen. Du bringst dein Thema mit, wir arbeiten daran, und am Ende der Woche ist etwas fertig.

Ohne Berater-Chinesisch. Ohne Druck. Dafür mit Klarheit und sichtbarem Fortschritt.

Der Punkt, an dem alles anfängt

Ein guter Prozess beginnt nicht mit der Software. Er beginnt mit einer unbequemen Frage:

Kommt das, was ich mir ausgedacht habe, bei meiner Kundin überhaupt so an, wie ich es gemeint habe?

Wer diese Frage regelmäßig stellt, braucht kein perfektes System. Wer sie nie stellt, kann so viel Technik kaufen, wie er will.

Hand aufs Herz

Welcher digitale Prozess hat dich in den letzten Tagen zur Verzweiflung gebracht? Schreib es mir – ich sammle solche Beispiele, weil sie die besten Lehrstücke sind.

Und wenn du den Verdacht hast, dass es auf deiner eigenen Website auch so eine Stelle gibt: Das Mentoring richtet sich an Unternehmerinnen ab 30, die ihr Business aufbauen oder neu ausrichten. Die Plätze sind begrenzt, weil mir persönliche Begleitung wichtig ist.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in 30 Minuten, wo du stehst und ob das Programm zu dir passt.

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